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Kategorie: Zeitung Allgemeines
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Geschrieben von Lübke
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Am Dienstag, dem 17. Januar 2012 wurde diese Kampagne am Emil-Fischer-Gymnasium gestartet. Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Polizisten und Betroffene erzählen, welche Unfälle sie erlebt haben und wie sie damit umgegangen sind. Die Erfahrungen werden mit Bildern der Unfälle veranschaulicht. Dadurch wird eine besondere emotionale Ebene erreicht. Im Jahr 2011 sind allein 24 Menschen im Kreis Euskirchen an Verkehrsunfällen gestorben. Jedes Mal, weil eine oder mehrere Regeln nicht beachtet wurden. Raserei, Alkohol, Drogen, um nur einige zu nennen. Diese Fakten setzten sich in meinem Gehirn fest, vor allem weil sie nach jedem Bericht wiederholt werden. Zu Anfang ist die Stimmung noch lockerer, denn bis gerade eben lebten wir noch unseren ganz normalen Schulalltag. Und auch, als beschrieben wird, dass die folgenden 90 Minuten hoch emotional werden, erahnt noch keiner, dass es wirklich so kommt. Doch bereits bei der Einleitung wird mir klar, dass die Leute nicht einfach nur ihr Programm durchziehen wollen. Sondern sie meinen jedes einzelne Wort ernst und schildern mit sehr viel Gefühl. Ein Video mit Kreuzen von Unfallorten im Kreis Euskirchen wird gezeigt, untermalt mit dem Lied „Geboren um zu leben" von „Unheilig". Im darauffolgenden beschreiben ein Notarzt, ein Rettungsassistent und ein Polizeibeamter ihre schlimmsten Unfälle. Dabei betonen sie, dass man nicht immer auf „professionellen Abstand" gehen kann, sondern sich oft auch die Frage „Was wäre wenn...?" stellt. Manchmal gehören dazu auch schlaflose Nächte, wie der Notarzt erwähnt. Besonders ergreifend war die Erfahrung des ehemaligen Autobahnpolizisten Rüdiger Köbrich. Nachdem er eine schwerverletzte 17-jährige Beifahrerin aus einem Auto geborgen hatte, erlag sie in seinen Armen den schweren Verletzungen. Er wollte nicht, dass diese Frau alleine stirbt, erzählt er, während er mit den Tränen kämpft. Und schließlich läuft auch mir eine Träne über die Wange. Viele zeigen sich sehr betroffen. Die Stimmung bleibt, als die Bühne René Mösch überlassen wird. Er ist durch einen Motorradunfall querschnittsgelähmt. Man merkt, dass dieser Mensch seinen Lebensmut nicht verloren hat und mit der Situation umgehen kann. Er erzählt auch von einigen eher amüsanten Erlebnissen, jedoch ist keinem nach Lachen zu Mute. Zum Abschluss läuft noch einmal das Anfangsvideo. Diesmal sehe ich die Bilder mit anderen Augen. Es wird mit bewusst, wie schnell so etwas passieren kann und dass jedes „Tschüss" auch das letzte sein kann. Als die Veranstaltung zu Ende ist, beginnen draußen ruhige Diskussionen. Die Kampagne sollte abschrecken und genau das hat sie auch geschafft, sogar noch weit drüber hinaus. Denn als ich nach Hause komme, gehen die Gespräche auf Facebook weiter. „War schon heftig, wie die von den Unfällen erzählt haben. Wenn man sich einfach die die Vorschriften hält, kann vieles verhindert werden, dann würden die Menschen noch leben bzw. hätte vieles besser sein können", sagt einer. Jemand anders ist der Meinung: „Ja ich hoffe einfach, dass manche jetzt mehr drüber nachdenken und merken, dass es nicht 'cool' ist wenn man mal 50km/h schneller fährt oder so...". Doch es ändern sich auch einige Einstellungen gegenüber dem Verkehr. So sagt Maurice zum Beispiel: „Ich werde kein Motorrad fahren, was früher immer mein Traum war. Klar ist Autofahren auch gefährlich, aber ist Motorradfahren gefährlicher. Ich denke schon, dass ich weiterhin daran denken werde. Keine Lust mir etwas anzutun nur weil ich übersehen werde." Vor allen Dingen sprechen aber alle ihren tiefsten Respekt gegenüber den Leuten aus, die da vorne standen. Denn sie hatten den Mut, ehrlich zu sein und über so ein furchtbares Thema zu reden um uns aufzuklären. In dieser Hinsicht war „Crashkurs NRW" ein voller Erfolg. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass diese Bilder und Worte lange in den Köpfen bleiben. Denn solche Erfahrungen braucht man wirklich nicht. Und damit appelliere ich nochmal an alle jungen Verkehrsteilnehmer unter uns: Haltet euch an die Regeln, denn wir sind alle davon betroffen. (Laura Barton, EF)