England-Austausch 2010

Wir saßen dicht zusammen im Selbstlernzentrum und warteten auf das Ergebnis. Kurz vor Weihnachten, mitten in einer Biostunde, klopfte es ungeduldig an der Tür. Es war Frau Braun mit einem Stapel mysteriöser Zettel. Kurz darauf erklärte sie routinemäßig, dass das Emil jedes Jahr mit der Partnerschule in Basinstoke einen Austausch plant. Wer Lust habe, könne mitmachen. Wir waren ganz aufgeregt und füllten eilig die Anmeldungen aus und gaben sie erwartungsvoll ab. Nun war es soweit – wir saßen im Selbstlernzentrum und hörten, welche Schüler ausgelost worden waren um mitzufahren! Mit der Zusage in der Hand gingen wir glücklich in die Klasse. Wir hatten ganz vergessen, dass wir eine Deutscharbeit schrieben. Aber auch das konnte uns die gute Laune nicht vermiesen! Aufgeregt schrieben wir die ersten E-Mails an unsere Austauschschüler. Voller freudiger Erwartung sahen wir den ersten Antworten entgegen. Wir tauschten interessiert Stundenplan, Hobbies, Tagesabläufe, Vorlieben und besondere Ereignisse aus der Schulzeit aus. Mit jedem Tag, der verging, wuchs unsere Aufregung wie eine Pflanze mit Powerdünger. Nichts konnte uns die gute Laune verderben. Aus den E-Mails ging hervor, dass diese Aufregung nicht nur bei uns zu merken war. Am Dienstag, dem 16.3.2010 standen wir zitternd in der Kälte und standen uns die Beine in den Bauch. Gespannt schauten wir die Straße entlang und da sahen wir den Bus aus England.Da kam er. Aufgeregt liefen wir zu unseren Eltern und plötzlich bekamen wir kein Wort mehr raus. Alle fuhren ein wenig verlegen mit ihrem Austauschschüler nach Hause. In den Zimmern der Mädchen herrschte große Stille.  Am Mittwoch gingen wir erst einmal mit den Austauschschülern ganz normal in die Schule, wo sie von allen Seiten wie Tiere im Zoo begutachtet wurden. Von den Gesichtern der Engländer konnte man ablesen, dass sie am liebsten im Boden versinken wollten. Keiner von uns konnte sich konzentrieren. Um 10.10 Uhr gingen wir gemeinsam zum Bürgermeister von Euskirchen , Herrn Dr. Uwe Fridl, der die Engländer Willkommen hieß. Danach mussten wir in den Unterricht zurück, doch die Engländer machten einen Rundgang durch Euskirchen. Nach zwei Schulstunden, die sich zogen wie Kaugummi, war es soweit: Wir gingen Klettern in Köln! Es gab zwei große Kletterhallen, die wir beide nutzen durften. Am Abend saßen  wir müde im Bus und malten uns den morgigen Tag aus. Leider war er nur für die Engländer geplant. Sie gingen in das Bergbaumuseum und anschließend ins Centro in Oberhausen. Der Freitag war der beste Tag!! Wir fuhren ins Schokoladenmuseum und zum Kölner Dom. Der Weg auf den Dom war das Schlimmste!! Wir sind 533 stufen hinaufgegangen, die so schmal waren, dass ein Hase gerade so darauf  sitzen könnte. Da es eine Wendeltreppe war, fühlten sich alle schon auf der ersten Ebene wie in einem nicht enden wollenden Hamsterrad, das sich nicht aufhörte sich zu drehen. Die Lehrer entschuldigten sich mit einem Besuch im Kölner Schokoladenmuseum. Fast alle standen in der Schlange des Schokoladenbrunnens und einige kauften sich im Schokoladenschop Mitbringsel. Danach durften wir in der Kölner Innenstadt shoppen gehen. Abends lagen wir wieder einmal total erschöpft in unseren Betten und redeten mit den Engländern mit wesentlich mehr Selbstvertrauen als noch vor wenigen Tagen. Der Samstag wurde von den Gastfamilien selber gestaltet. Einige waren im Kölner Zoo, beim Bowling oder Schwimmen. Der Sonntag begann früh. Zu früh!! Wir brachten unsere Ausrauschpartner zum Parkplatz, wo der Bus schon wartete. Die Koffer wurden verladen und die Engländer starteten wieder gen Basingstoke. Jetzt warteten wir hier in Euskirchen sehnsüchtig auf den Gegenbesuch in England … Fortsetzung folgt… (Svenja Scholz und Sophie Preßler, 7c)