Sind unsere Lehrkräfte vom Aussterben bedroht?
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- Kategorie: Zeitung Allgemeines
- Geschrieben von Lübke
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An den Schulen in Nordrhein- Westfalen könnte sich in den nächsten Jahren ein Lehrermangel verstärken. Die Berufschancen der künftigen Lehramtsstudenten sind sehr hoch, da die Nachfrage nach Lehrern im gesamten Bundesgebiet steigen wird. Die sogenannten Mangelfächer in NRW sind momentan Physik, Kunst, Musik, Latein und Informatik. Vor allem in diesen Fächern fehlen ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen. Zwar ist, wie Schulministerin Barbara Sommer (CDU) betont, die Unterrichtsversorgung gesichert, doch nur, weil die Schulen mehr denn je auf Quereinsteiger zurückgreifen. In NRW sollen die Schulleitungen vor den Ausschreibungen von Stellen prüfen, ob die Öffnung der Stelle auch für Bewerberinnen und Bewerber ohne Lehramtsausbildung sinnvoll sein kann. Es gibt immer mehr Seiteneinsteiger oder Aushilfslehrer, die nur über geringes pädagogisch- didaktisches Rüstzeug verfügen. Mal sind es drei, mal 20 Aushilfslehrer, die je nach Schulform und Region einspringen müssen. Dies bereitet der Elternschaft natürlich große Sorgen. „Die Klassen, die von Aushilfslehrern unterrichtet werden, sind bei Klassenarbeiten und in der Prüfungsvorbereitung deutlich im Nachteil“, so der Vorsitzende des Elternbeirats nach einer Schuldemonstration. Das Magazin "Junge Karriere" berichtet unter Berufung auf eine aktuelle Hochrechnung der Kultusministerkonferenz, dass im kommenden Jahrzehnt rund die Hälfte der Pädagogen frühzeitig in Pension gehen wird. Knapp 45.000 Lehrer werden im Jahr 2015 in Deutschland fehlen. An unserer Schule mit rund 850 Schülern und 64 Lehrern macht sich der Lehrermangel zum Glück noch nicht allzusehr bemerkbar. Laut Herr Thiemel, dem stellvertretenden Schulleiter des Emil- Fischer Gymnasiums, gibt es momentan nur einen Bedarf im Religionsbereich. Im Fach Kunst könne man auch eine Verstärkung gebrauchen. In einigen Jahren werde ein Bedarf in den Fächern Sport, Englisch und Musik entstehen, da einige ältere Lehrer in Pension gehen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln kam in dem 2007 veröffentlichen Bildungsmonitor zu dem Ergebnis, dass gut die Hälfte aller Lehrer an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in den alten Bundesländern älter als 50 Jahre ist. Laut der Lehrerstudie der OECD (organisation for economic cooperation and development) ist der Altersdurchschnitt der deutschen Lehrer im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Im Verhältnis rücken zu wenig junge Lehramtsstudenten nach. Obwohl die Berufschancen in Lehramtsstudiengängen sehr gut sind, interessieren sich immer weniger junge Leute für diese Studienfächer, denen nicht nur wegen der hohen Anforderungen ein schlechtes Image anhaftet. Im neuen Bachelor- und Mastersystem der Universitäten müssen die Studenten sich erst sehr spät entscheiden, ob sie tatsächlich Lehrer werden wollen. Zu diesem Zeitpunkt lockt häufig die Wirtschaft mit einem lukrativeren Angebot als der Staat. Mittlerweile gehen Bundesländer per Annoncen in anderen Ländern auf die Suche nach den besten Lehramtskandidaten. Es gibt also inzwischen einen nationalen Arbeitsmarkt für Lehrer, auf dem die Bundesländer mit Angeboten wie einer sofortigen Verbeamtung oder einem höherem Gehalt um die besten Absolventen konkurrieren. Der geringe Nachschub führt dazu, dass die neuesten pädagogischen und dialektischen Erkenntnisse allzu langsam den Sprung von der Universität in den Unterricht schaffen. (Serkan Ögüt und Lukas Ulrich, Jgst. 13)



