Politik
EU-Debatte im EFG
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- Kategorie: Politik/Sozialwissenschaften
- Geschrieben von Lübke
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Sie sollen eine neue Richtung in der Energiepolitik der Europäischen Union einschlagen. Am „Runden Tisch“ werden die Oberstufenschüler darüber entscheiden, ob die EU in einen Offshore Windpark oder eine Pipeline investiert, um die Versorgungssicherheit der EU Länder zu gewährleisten. Was sich nach kompliziertem Politiker-Alltag in Brüssel anhört, wurde für die Sozialwissenschaftskurse der Jahrgangsstufe 11 des Emil-Fischer Gymnasiums am 10. Mai 2010 zur Realität.
Zwei Mentoren der Gruppe „Young European Professionals“ (YEP!) aus der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) waren, von der Schule eingeladen worden, ein Projekt durchzuführen, das den Schülern die Politik der Europäischen Union näher bringt. Die Schüler wurden in kleine Gruppen eingeteilt, in der sie jeweils in die Rolle als EU-Politiker, Energie-Experte, Umweltschützer oder Regierungssprecher schlüpfen sollen. Ganz im Sinne ihrer Gruppe sollten nun Positionen und Konzepte erarbeitet werden. Die leitende Lehrerin Frau Lübke erklärte das Ziel des Workshops: „Schüler die das CertiLingua Zertifikat ablegen wollen, müssen Europa Komentenzen nachweisen.“ Deshalb habe man sich an die bpb gewandt, die in der Vergangenheit bereits schon einmal ein ähnliches Projekt erfolgreich an der Schule durchgeführt haben. Nach einer kurzen Einführung in das Projekt überließen, die beiden Betreuer der bpb, Katharina Below und Kalle Kosthorst, das Wort Eva Gerhards, einer Beamtin der EU-Kommission, die seit einigen Monaten für den neuen Energiekommisar der EU, Günter Oettinger, arbeitet. Frau Gerhards erläuterte die Klima- und Energieziele der EU und gab den Schülern die nötigen Vorkenntnisse für die anschließende Arbeit in den jeweiligen Kleingruppen, die nun Argumente finden und ein Konzept erarbeiten sollen, wie es mit der Energiepolitik der EU weitergehen soll – ganz so wie es tatsächlich hinter den Kulissen der EU täglich geschieht. In den Räumen und Fluren des Emil-Fischer Gymnasiums ging es schnell so zu, wie man es sich in den Büros der Brüsseler EU-Zentrale vortsellt: Die Schüler versuchten, jeweils im Sinne ihrer Gruppe oder Partei, Positionspapiere zu erarbeiten, in Verhandlungen mit anderen Interessengruppen zu treten und sogar Verträge abzuschließen. Da war die Liberale Partei für Europa die sich mit der Konservativen Allianz auf eine gemeinsame Meinung für den Bau der Pipeline von Russland in die EU einigten und die Regierung Polens die Verträge mit anderen europäischen Ländern aushandelten, um eben nicht abhängig von russischem Gas zu sein. Sie setzte ganz auf der Windpark zur nachhaltigen Energiesicherung. „Wir haben diplomatische Beziehungen spielen lassen und es geschafft einige Staaten zu überzeugen“, fasst der Worführer der Liberalen, Hendrik Wedderien, die Verhandlungen mit den EU-Staaten zusammen.
„Im Moment hängt viel von der Bundesrepublik Deutschland ab“, sagte ein Regierungssprecher Polens, Thomas Vollmer. Hektischer Polit-Alltag auf den Fluren des EFG. Dann kam es auch schon zur finalen Diskussion in der die Teilnehmer ein neues Energiekonzept ausarbeiten sollten. In der mehr als einstündigen Debatte, legten die Schüler Fakten und Argumente auf den Tisch, rangen um das bessere Konzept und versuchten mit teilweise großartiger Rhetorik andere Gruppen von ihrem Konzept zu überzeugen. Die Debatte wurde im Laufe der Zeit immer kontroverser, es wurden klare Gegenpositionen bezogen, Argumente wurden ausgehebelt, Redezeiten überschritten. Man konnte das Gefühl haben mittendrin im politischen Brüssel zu sitzten. „Wir wollen nicht die alten Pipelines abschaffen, sondern verhindern, dass neue gebaut werden: Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung. Wir müssen jetzt Schritte in die Zukunft machen und auf erneuerbare Energien setzten“, heißt es von Grünen Partei Europas.Am Ende waren Schüler, Lehrer und Betreuer sehr angetan von der doch sehr professionellen und effizienten Diskussion. Man könne sich schon fast für einen Posten in Brüssel bewerben, lobte Katharina Below von der bpb das Engagement der Schüler. (Felix Groell, Jgst.11)
Links: http://www.bpb.de/veranstaltungen/FB4TKV
Artikel im Kölner-Stadt Anzeiger: http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1273823311134.shtml
Artikel in der Kölnischen Rundschau: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1273587500354.shtml



